Jo und seine Mädels im Sauerland – Kurzurlaub mit Kind

Ein weiterer gemeinsamer Trip stand mit meinen ehemaligen Unimädels Mitte Mai kurz bevor. Fast jedes Jahr versuchen wir zusammen wegzufahren. Kennengelernt habe ich diesen verrückten Weiberhaufen in Wuppertal an der Universität. Dort habe ich nämlich 2016 meinen Bachelorabschluss gemacht.

Ein spontaner Kurzurlaub mit Kind – ist das überhaupt so einfach möglich?

Als die Planungen des Trips begonnen, erwiderte ich natürlich als erstes, dass ich wahrscheinlich nicht mitfahren kann. Mit meinem jetzigen Mamaleben ist so ein Trip irgendwie schwierig zu vereinbaren – dachte ich zumindest. Denn der Mann hatte am Brückentag nicht frei, sodass ich auch nicht alleine mitfahren konnte. Und was sagten die Mädels dann?

Nimm den Jo doch einfach mit!

Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr hat mir die Vorstellung dieses Kurzurlaubs gefallen. Wir wählten sogar ein Ziel aus, dass nicht ganz so weit weg lag, da ich mit Jo meist nicht so lange Autofahren kann. Wir passten die Gegebenheiten einfach so an, dass wir mitfahren konnten. Die Mädels haben wirklich wahnsinnig viel Rücksicht auf uns genommen. Wir wählten schließlich das Sauerland aus, da es gut zu erreichen ist, man dort vielseitige Wanderrouten findet und man seinen Akku in der Natur wieder aufladen kann. Man fühlt sich dort wirklich wie im Voralpenland – ein echter Tipp also auch für Wanderfreaks.

In Altena angekommen, schmiedeten wir Pläne für die kommenden Tage. Wandern stand auf dem Programm. Wandern mit Jo? Wie soll das denn gehen? Aber meine Skepsis verflog im Nu, da ich nachträglich zum Geburtstag eine richtige Trekkingtrage für den Jo bekam. Der Wandertour stand also nichts mehr im Wege und ich war sehr gespannt und voller Vorfreude, wie das mit der Kindertrage wohl so klappen würde.

Trekkingtrage vs. Babytrage – ein kleiner Erfahrungsbericht

Wir wagten uns an einen Rundwanderweg – die Sauersteigroute. Diese kürzten wir jedoch ab, da wir nicht genau einschätzen konnten, wie lange Jo mitmacht und wie lange unsere Kondition ausreicht. Die Route ist leicht und sehr abwechslungsreich. Also ideal, um die Trage einzuweihen.

Quelle: https://www.ich-geh-wandern.de/sauersteig-zweifelmut-runde-altena
Da wir bereits eine Babytrage besitzen, die man auf den Rücken schnallen kann, war ich besonders gespannt, wie das Duell ausfallen würde. Was sofort auffällt: Die Trekkingtrage, auch Kraxe genannt, ist viel ergonomischer für den Rücken! Das gesamte Gewicht liegt auf der Hüfte, was dafür sorgt, dass man eine viel gesündere Haltung einnimmt. Das ist definitiv ein riesen Vorteil gegenüber den üblichen Babytragen. Ein weiterer, sehr großer Vorteil, ist, dass der Jo den absoluten Panoramablick hat! So konnte er den einen oder anderen Vogel mit seinen Augen verfolgen und mit den Mädels unterwegs rumblödeln. Außerdem besitzt die Trage viele Fächer, in denen man allerhand Zeug für unterwegs verstauen kann. Ich finde die Kraxe für längere Spaziergänge im Urlaub und für das Wandern wirklich ideal. Dennoch ist es ratsam, sich beim Tragen abzuwechseln. Mein Rücken ist nicht der trainierteste und deswegen machte er nach ca. 1,5 Stunden schlapp. Das fand ich allerdings überhaupt nicht schlimm, da die Mädels sowieso heiß darauf waren, Jo auch mal zu tragen. Und im Urlaub will der Mann sicherlich auch mal mit dem Jo durch die Gegend stolzieren.

 

 

Sobald Jo abends im Bett war, ließen wir bei einem Glas Wein alte, lustige Geschichten wieder aufleben. Es war so schön, alle Mädels wiederzusehen. Mal wieder zu quatschen und zu erzählen, was in unseren Leben gerade so los ist. Manche Heiraten. Manche bekommen Kinder. Referendariat. Umzüge. Neue Städte. Neue Freunde. Es ist viel passiert, seit dem wir angefangen haben zu studieren. Aber irgendwie sind wir alle immer noch dieselben. Ich bin sehr froh, dass der Kontakt zu meinen ehemaligen Unimädels noch besteht, denn die gemeinsame Zeit an der Uni war ein sehr schöner Lebensabschnitt.

 

Ich bin erleichtert, dass ich mit Jo zusammen diesen Trip „gewagt“ habe. Als frisch gebackene Mama macht man sich im Vorfeld einfach seine Gedanken, wie so ein Urlaub wohl funktionieren wird.

Wie wird er wohl in der neuen Umgebung schlafen? Wird Jo’s Rhythmus mit unseren Unternehmungen kollidieren? Ist das Ganze vielleicht nicht doch zu viel für ihn? Wie wird wohl die Autofahrt?

Das mögen viele nicht verstehen, aber ein anderes Umfeld ist zuerst immer irgendwie eine kleine Herausforderung. In manchem Fällen ist diese Herausforderung allerdings dann für die Eltern eine größere, als für das Kind selbst. Ich glaube, Kinder sind manchmal anpassungsfähiger und robuster als wir denken.

Es lohnt sich, die Skepsis gegenüber dem Reisen mit Kind über Bord zu werfen. Manchmal ist ein Urlaub mit Kind nämlich gar nicht so kompliziert, wie es einem immer suggeriert wird. Und hat man diesen Schritt einmal gewagt, gewinnt man unzählige wunderschöne, gemeinsame Momente miteinander.

Die Mädels waren mittlerweile einige Meter vor mir. „Guck mal da, ein Eichhörnchen!“, sagte ich zu Jo. Er sah das Eichhörnchen, zappelte aufgeregt und kniff mir fröhlich quiekend in den Nacken. „Aua!“, sagte ich. Jo und ich lachten laut. Ein schöner Moment. Ich seufzte. Du und ich, wir könnten zusammen ans Ende der Welt laufen. Niemand kann uns etwas anhaben. Und als ich dann mit Jo auf dem Rücken weiter durch den ruhigen Wald wanderte und diesem Gedanken nachhing, war die Welt für mich perfekt.

 

Ein Gedanke zu „Jo und seine Mädels im Sauerland – Kurzurlaub mit Kind“

  1. Also: Wie immer: Super, der Artikel und – wie immer, mitten aus dem Leben gegriffen !!!
    Mach weiter so, liebe Grüsse von deiner Schwiegermama

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