Ich kann nicht mehr – Wie das Baby-Schlafdefizit mich an den Rand der Depression brachte

23. Mai 2017
02:47 Uhr

Um diese Uhrzeit befinden sich die meisten Menschen in der sogenannten Tiefschlafphase. Ich hingegen, stehe im Schlafzimmer mit meinem gerade geborenen Sohn auf dem Arm und weine. Ich muss mein Schluchzen unterdrücken, denn schließlich wird Jo sonst wach. Es tut weh im Hals. Jo ist jetzt bereits das vierte Mal wach diese Nacht. Mittlerweile laufe ich die siebte Runde durchs Zimmer, aber Jo ist immer noch unruhig. Er kann nicht in den Schlaf finden. Nach weiteren dreißig Minuten lege ich ihn vorsichtig in das Beistellbett. Es scheint geklappt zu haben. Ich schicke ein Stoßgebet zum Himmel. Danke, lieber Gott.

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Es lässt mich nicht los – Meine Gedanken zur Amokfahrt in Münster am 07.04.2018

 

 

„Guck mal, Finn, ein Hubschrauber!“

Mit diesem Satz fing alles an. Ich saß mit meiner Freundin, ihrem Sohn und Jo im Sand auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke. Wir hatten Sand zwischen den Zehen und Sonne im Gesicht.

Was war das für ein unfassbar schöner Tag bisher gewesen. Der Mann, Jo und ich haben vormittags unsere typische Münstertour gemacht. „Fresstour“ nennen wir das immer, denn auf dem Wochenmarkt schlagen wir uns meist samstags die Bäuche richtig voll. Hier noch ein Reibekuchen, da noch eine Waffel. Anschließend fuhren wir mit den Rändern durch unsere wunderschöne Stadt. Durch unser Zuhause. Wie oft ich an diesem Vormittag wieder dachte: „Was ist das für eine unfassbar schöne, friedliche und heimelige Stadt.“ Ich hatte mich mal wieder hoffnungslos verliebt.

Gegen 15.30 Uhr machten wir uns von der Stadt auf zum Spielplatz. Jeder Münsteraner weiß inzwischen, was um diese Uhrzeit geschah. Der Mann ging kurz nach Hause und ich entschied, auf dem Spielplatz zu bleiben. Es war einfach zu schön draußen. Meine Freundin kam mit ihrem Sohn dazu. Dann das Hubschrauberbrummen. Direkt über uns. Der Hubschrauber stand regelrecht in der Luft. Wir dachten uns nicht viel dabei, trotzdem fühlte ich mich schlagartig unwohl. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, aber ich wollte einfach nur nach Hause. Jo wurde unruhig. Merkte er meine Nervosität? Merkte er, dass etwas nicht stimmt? Die Stimmung auf dem Spielplatz veränderte sich. Ich schaute wieder zum Hubschrauber. Danach blieb mein Blick an einer Mutter haften, die ihr Smartphone in der Hand hielt und gleichzeitig ihre Sachen zusammenpackte. Sie sah mich an. Besorgt sah sie aus und sagte zu mir: „Da ist angeblich ein Auto in eine Menschenmenge gefahren“. Sie sah mich an, ich sah sie an. Fassungslosigkeit.

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Von Ostereiern im Sand, Geburtstagskuchen und Meeresluft in der Nase – Ostern 2018 auf Texel

Ursprünglich war dieser Artikel als Reisebericht geplant. Jedoch war das Wetter zeitweise so bescheiden, dass wir leider nicht großartig die Gelegenheit hatten, etwas zu unternehmen. Und so genossen wir ganz unspektakulär die Familienzeit, ließen die Zeit so dahinfliegen und hörten dem Regen zu, wie er leise gegen die Fensterscheibe prasselte.

Es ging nicht nur zu dritt in den Urlaub

Sachen packen, auf geht es. Auf geht es nach Texel! Wir verließen zu Ostern Deutschland und machten uns, wie jedes Jahr, auf, um auf der westfriesischen Insel ein paar ruhige Tage zu verbringen. Von ruhig kann allerdings nicht die Rede sein, denn wir packten, neben unseren sieben Sachen, auch gleich die komplette Familie vom Mann mit ein! Inklusive Tanten, Onkels, Babys und Hunden. Und jetzt die Krönung: Wir bezogen alle ein Domizil. Ja, richtig gehört. Wir übernachteten alle gemeinsam in einer Familienvilla. Und Ostersonntag kamen sogar meine Eltern spontan auf einen Besuch vorbei. Das Familienchaos war perfekt.

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Zwischenfazit des ersten Semesters – Studieren mit Kind

Die erste Prüfungsphase mit Baby liegt nun hinter mir. Und was soll ich sagen? Schon jetzt habe ich viel dazugelernt und könnte zu diesem Zeitpunkt schon sagen, was ich in der kommenden Klausurenphase anders machen würde. Erfahrung lehrt ja bekanntlich am besten.

Was das Geburtstiming angeht, hatten wir unitechnisch Riesenglück, da Jo am Ende der Semesterferien zur Welt kam. Das bedeutet, dass ich vor der Geburt noch ein paar Dinge auf der Uni-To-do-Liste abhaken konnte. Dazu gehörten unter anderem eine schriftliche Klausur, viele Referate und ganz am Ende eine mündliche Prüfung. Da war ich ungefähr in der 32. Schwangerschaftswoche. Kugelrund saß ich in der Prüfung. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen.

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Das Leben mit Baby – Vorstellung vs. Realität

 

Abrufbereitschaft

Im Grunde hat man als Mama 24/7 Bereitschaft. Ohne wirkliche Pause. Irgendwie war es mir vor dem Jo nicht möglich, mir diese Abrufbereitschaft zu vergegenwärtigen. Wie auch, denn jetzt ist mir klar, dass man das nur verstehen kann, wenn man Mutter ist. Da kann man sich vorher noch so viele Gedanken machen, manche Dinge erfährt man eben erst, wenn man mitten drin steckt. Deswegen fällt es mir auch sichtlich schwer, das mit der Bereitschaft in Worte zu fassen, da es eher ein Gefühl ist. Gefühle sind manchmal eben schwer zu beschreiben. Es ist fast so, als würde man die ganze Zeit denken, dass man was vergessen hat.

Man ist irgendwie immer im Modus der Abrufbereitschaft

Kann man das mit einem Arzt vergleichen, der immer Bereitschaftsdienst hat? Der Pieper hängt Tag und Nacht am Hosensaum und die Batterien gehen niemals leer. Es gibt Tage, ja, da würde ich gerne meinen imaginären Pieper gerne einfach mal ausstellen. Nur für einen Tag.

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Bin ich überfordert? Selbstzweifel einer Mutter

 

Eine Woche voller Selbstzweifel geht zu Ende. Eine Woche, in der ich mich in der Mutterrolle in Frage gestellt habe. Eine Woche, in der ich mich alleine gefühlt habe. Eine Woche mit wenig Schlaf und vielen Tränen.

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„Oh nein, sie bloggt!“ – Wieso, weshalb, warum?

Was? Wie jetzt? Bloggen? Ernsthaft? Muddibloggs gibt es doch en masse. Das ist also absolut nichts  Neues. Könnte nur peinlich werden, wenn sich niemand dafür interessiert. Und irgendwie ist es ja auch möchtegernmäßig. Was werden die sagen, die mich kennen?

Das ist ein Teil jener Gedanken, die mir seit Wochen durch den Kopf schwirrten. Aber jetzt mal von Anfang an:

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„Der Hat bestimmt nen Wachstumsschub“ – Die ewige Suche nach dem Grund

 

 

„Er schläft momentan total schlecht.“ 

„Der zahnt bestimmt!“

Laut den Meinungen anderer Leute zahnt der Jo übrigens seit 6 Monaten.

„Seit Wochen ist er unglaublich anhänglich.“

„Der is‘ bestimmt im 7. Wachstumsschub! Das haben die mit 40 Wochen!“

Wer zur Hölle merkt sich eigentlich, wie viele WOCHEN alt sein Kind ist?

Wenn ich noch einmal das Wort „Wachstumsschub“ höre, bekomme ich n Schreikrampf. Wirklich. Warum machen Neu-Muddis das? Immer nach Gründen zu suchen. Für ALLES. „„Der Hat bestimmt nen Wachstumsschub“ – Die ewige Suche nach dem Grund“ weiterlesen