Mein jahrelanger Kampf gegen den kreisrunden Haarausfall

 

 

Seit meinem 16. Lebensjahr leide ich am kreisrunden Haarausfall, auch Alopecia Areata genannt. Eines Tages war sie einfach da. Eine münzgroße, kahle Stelle auf meinem Kopf. An den genauen Krankheitsverlauf zu dieser Zeit kann ich mich leider nicht mehr richtig erinnern. Alles ist verschwommen. Verdrängt. Ich glaube, dass diese Stelle ungefähr genauso schnell wieder verschwunden ist, wie sie auftauchte.

Nach ein paar Monaten tauchte allerdings wieder eine Stelle auf, die diesmal größer war als zuvor. Diesmal wollten sich meine Eltern und ich ärztlichen Rat einholen.

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Kein Wort ist gut genug für dich – Ein Brief an meinen Sohn

 

 

Lieber Jo,

du bist zehn Monate in mir gewachsen, mein Körper hat dich auf die Welt gebracht. Den Tag deiner Geburt werde ich niemals vergessen. Ich bin sehr froh, dass ich sagen kann, dass das eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens war.

Und dann warst du da. Lagst dort auf meiner Brust in dem weißen Handtuch und hast ganz leise gewimmert. Ich hab dir immer wieder das Gesicht gestreichelt. Ich war überwältigt von dir und habe die ganze Zeit nur gedacht, wie schön du doch bist.

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„Das ist aber nicht mein pädagogischer Ansatz!“ – Warum Eltern heutzutage MöchtegernerzieherInnen und HobbypsychologInnen sind

 

Den Kommentar aus der Überschrift musste ich letztens auf dem Spielplatz über mich ergehen lassen. Dem Ganzen ging ein Gespräch über Tischmanieren voraus. Ich sagte der Mutter in der Unterhaltung, dass ich denke, dass Jo noch nicht in dem Alter ist, adäquate Tischmanieren zu entwickeln. Und dass er das auch nicht muss. Von mir aus soll er mit dem Essen rummatschen, hauptsache er isst. Dass man mit Essen nicht spielt, wird er zum richtigen Zeitpunkt wissen. Außerdem kann man meiner Meinung nach die Welt nur verstehen, wenn man sie anfasst. Aber gut, anderes Thema.

Das sei nun überhaupt nicht ihr Erziehungsstil, sagte sie. Je früher Kinder gesellschaftliche Normen lernen, desto besser. Das habe sie in einem Ratgeber gelesen. Als sie fortfuhr, hörte ich ehrlich gesagt nicht mehr richtig zu. Aber es klang, als hätte sie den Knigge verschluckt. „„Das ist aber nicht mein pädagogischer Ansatz!“ – Warum Eltern heutzutage MöchtegernerzieherInnen und HobbypsychologInnen sind“ weiterlesen

Es lässt mich nicht los – Meine Gedanken zur Amokfahrt in Münster am 07.04.2018

 

 

„Guck mal, Finn, ein Hubschrauber!“

Mit diesem Satz fing alles an. Ich saß mit meiner Freundin, ihrem Sohn und Jo im Sand auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke. Wir hatten Sand zwischen den Zehen und Sonne im Gesicht.

Was war das für ein unfassbar schöner Tag bisher gewesen. Der Mann, Jo und ich haben vormittags unsere typische Münstertour gemacht. „Fresstour“ nennen wir das immer, denn auf dem Wochenmarkt schlagen wir uns meist samstags die Bäuche richtig voll. Hier noch ein Reibekuchen, da noch eine Waffel. Anschließend fuhren wir mit den Rändern durch unsere wunderschöne Stadt. Durch unser Zuhause. Wie oft ich an diesem Vormittag wieder dachte: „Was ist das für eine unfassbar schöne, friedliche und heimelige Stadt.“ Ich hatte mich mal wieder hoffnungslos verliebt.

Gegen 15.30 Uhr machten wir uns von der Stadt auf zum Spielplatz. Jeder Münsteraner weiß inzwischen, was um diese Uhrzeit geschah. Der Mann ging kurz nach Hause und ich entschied, auf dem Spielplatz zu bleiben. Es war einfach zu schön draußen. Meine Freundin kam mit ihrem Sohn dazu. Dann das Hubschrauberbrummen. Direkt über uns. Der Hubschrauber stand regelrecht in der Luft. Wir dachten uns nicht viel dabei, trotzdem fühlte ich mich schlagartig unwohl. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben, aber ich wollte einfach nur nach Hause. Jo wurde unruhig. Merkte er meine Nervosität? Merkte er, dass etwas nicht stimmt? Die Stimmung auf dem Spielplatz veränderte sich. Ich schaute wieder zum Hubschrauber. Danach blieb mein Blick an einer Mutter haften, die ihr Smartphone in der Hand hielt und gleichzeitig ihre Sachen zusammenpackte. Sie sah mich an. Besorgt sah sie aus und sagte zu mir: „Da ist angeblich ein Auto in eine Menschenmenge gefahren“. Sie sah mich an, ich sah sie an. Fassungslosigkeit.

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„Der Hat bestimmt nen Wachstumsschub“ – Die ewige Suche nach dem Grund

 

 

„Er schläft momentan total schlecht.“ 

„Der zahnt bestimmt!“

Laut den Meinungen anderer Leute zahnt der Jo übrigens seit 6 Monaten.

„Seit Wochen ist er unglaublich anhänglich.“

„Der is‘ bestimmt im 7. Wachstumsschub! Das haben die mit 40 Wochen!“

Wer zur Hölle merkt sich eigentlich, wie viele WOCHEN alt sein Kind ist?

Wenn ich noch einmal das Wort „Wachstumsschub“ höre, bekomme ich n Schreikrampf. Wirklich. Warum machen Neu-Muddis das? Immer nach Gründen zu suchen. Für ALLES. „„Der Hat bestimmt nen Wachstumsschub“ – Die ewige Suche nach dem Grund“ weiterlesen